heute fegt ein kalter wind über die höhen. der kalte ostwind.
das tagesziel ist bereits in sichtweite und die gedanken wandern schon mal vor ins cafe, aufs sofa und in die warme badewanne.
ostwind eben.
heute fegt ein kalter wind über die höhen. der kalte ostwind.
das tagesziel ist bereits in sichtweite und die gedanken wandern schon mal vor ins cafe, aufs sofa und in die warme badewanne.
ostwind eben.
was machen die ganzen leute an solch einem schönen samstag? eines ist sicher: wandern tun sie nicht. im wald ist es wunderbar ruhig.
ist mir mehr als recht.
glockenblümchen wippen im milden herbstwind, pilze wachsen auf den wiesen, eine wespe hat sofort die offene brotdose entdeckt. die bäume hängen voller zwetschgen und leuchtender äpfel und herbstzeitlose säumen den wegrand.
wandern im september ist herrlich!
sonne und wolken wechseln sich ab. die wege sind nass und trocken. es geht auf und ab. nichts bleibt gleich.
weit geht der blick übers land, kleine lichter glitzern und der frühnebel liegt wie wattebäuschchen in den ebenen. über dem dunklen wald ist der himmel beinahe violett, im osten leuchtend rot. die sonne erscheint als schmale, grell leuchtende linie und steigt höher und höher. die alten buntsandsteinmauern taucht sie in warmes orangenes licht.
gute reise, sonne, wärm mir heute das herz.
was lange währt wird auch mal gut. ich bin angekommen.
das alte knarzige hotel gibt es jedoch nicht mehr, jetzt ist alles hochmodern. vom thron im badezimmer kann ich direkt auf die pilger schauen, allerdings befürchte ich, dass die pilger auch genau so gut auf mich auf meinem thron schauen können.
frankreich und mein navi, die scheinen auch keinen vertrag miteinander zu haben. wie oft hab ich mich verfahren? dreimal? viermal? bin ich eigentlich im richtigen land?
klein-jussuff macht seinem vater heute keine ehre: beim blick durch die gitterplatten verlässt ihn schon auf der ersten plattform der mut.
papa steigt weiter, der sohn saust zurück.
ich mach es ihm nach, mir ist das auch nicht geheuer.
die dame vor mir stellt genau die richtige frage:
wozu braucht es hier so viele und große bauten, wenn die kohle doch UNTER der erde ist?
für die konzertbesucher gibt es eine eigene caravanspur auf den parkplatz. und da fährt nicht nur einer drauf, nein, eine ganze menge!
zum konzert und danach campen. nicht mehr im zelt, im wohnwagen.
das gefällt mir.
neuhaus hat auch schon bessere tage gesehen: geöffnet scheint einzig die tankstelle; cafes und hotels? fehlanzeige. allerdings sind auch kaum neuhaus-besucher zu sehen oder krauchen die alle im gebüsch rum auf der suche nach verfallenen schwimmbädern?
kühl ist es hier oben, es riecht nach feuchtem moos und die früchte der eberesche leuchten knallrot.
da winkt der herbst.
auch dutzende von motorradfahrern nutzen den tag, sausen durch diesen kleinen naturpark.
und hätte ich das andere navi dabei, würde ich wieder den spinnenbeindünnen wegen folgen. so bleib ich halt sauber und brav auf der straße.