das fahrgastpublikum ist wunderbar natürlich und entspannt. keine gehetzten blicke, im gegenteil: direkt und klar.
wie selbstverständlich tragen die leute kleidung aus längst vergangenen kollektionen. die fashionexpertin aus der zeitschrift "myself" würde einen schreikrampf kriegen.
und auch die älteren semester nehmen ihren platz in der öffentlichkeit ein. sie lesen und scheinen in sich selbst zu ruhen.
ich fühle mich pudelwohl. die berliner scheinen zu sein, weil sie sind. nicht, weil sie haben.
Donnerstag, 16. April 2015
berlin prenzlauer berg, straßenbahnlinie M10
berlin, tempelhofer damm
ich stehe an der rückseite des flughafengebäudes und reibe mir die augen : hab ich die falsche u-bahn genommen? bin ich auf rügen gelandet? das hier, das sieht aus wie prora. da war wohl der selbe architekt am werk.
berlin, kastanienallee
die sonne scheint über berlin.
wenn es ganz still ist und hell, dann ist es richtig warm. die leute tragen kurze hosen und hemden, manchmal auch nichts.
aber in den schattigen ecken und im wind ist es empfindlich kalt. dort sind noch mäntel und sogar daunenjacken im einsatz.
april eben.
frankfurt am main, hauptbahnhof, frankfurter markthalle
heute früh ist es noch leer hier. genau richtig für ein kleines frühstück. aber von wegen ruhig. die musik dröhnt fröhlich aus den lautsprechern. das hält die leute aber nicht davon ab, in ihren sitzen zusammen gesunken selig zu schlummern. warten auf den zug oder eine durchzechte nacht ... ich beiß in mein brötchen. schlafen werd ich nachher im zug. ohne radio.